Mittwoch, 5. August 2009
wo ich schon mal hier bin, könnte ich etwas berichten, von den zeiten und den nächten, die vom arbeiten bestimmt sind. von den qualen des entstehens, den kleinen fußnoten, den streichungen, den hunderten seiten. unsicherheiten gäbe es noch, ängste, und manchmal dieses berauschende hoch, wenn ein satz gelingt, ein abschnitt stimmt, eine zusammenhang deutlich wird. ich könnte etwas sagen von den gedanken zur einsamkeit und wie ich bei der berührung meiner yogalehrerin dachte, vielleicht fehlt mir doch etwas. vielleicht kann es nicht sein, so ohne zuwendung, körperliche. herausgefunden, wie ich sie bekomme, über schatten springe, mich sichtbar mache, begehrenswert bin, habe ich deshalb noch nicht. so gilt die beschäftigung dem defizit und etwas, das plötzlich sehnsucht ist. es gäbe auch gedanken zum verstreichen des sommers, von dem ich nichts habe und bei dem ich mir einzureden versuche, es wäre ja schon etwas, wenn der blick aus dem fenster ins helle und nicht in den regen geht. da gibt es auch immer noch x. der meine kleinen zeiten schöner macht. der so nah ist, dass ich denke, er lebt unter meiner haut und so weit weg, dass ich mich manchmal nicht erinnere, ob es ihn wirklich gibt. der aufmerksam ist, in den momenten, an denen ich es nicht erwarte. in sätzen, in denen ich überrascht bin. da, wenn ich denke, er könnte es sein. diese geschichte, die so zart ist, so leise, so warm, dass ich angst habe, meine fingerspitzen könnten sie zerschellen oder meine worte, die sie beschreiben. das es immer noch ist, und immer noch anders wird. davon könnte ich schreiben.