Dienstag, 13. März 2012

den therapeuten verlassen. einfach so und eine viertel stunde vor ablauf der zeit. da gesessen und nicht gewusst, was das gerade und im besonderen soll. den gedanken vergessen, ob man das macht oder nicht. nur gewusst: ich mag das jetzt nicht. und draussen dann gelacht.

ich weiß gar nicht warum. ich hätte diesen raum gern für mich. ich weiss auch irgendwo und -wie, ich sollte das machen. ich will, musst das heißen, ich weiß. vielleicht ist es nicht die richtige zeit. vielleicht denke ich einmal zu oft: mir geht es gut. vielleicht haben sich ausreichend blick und winkel verschoben. vielleicht ist es aber auch nur eine zeit, in der es so scheint. vielleicht kann ich nur zu wenig damit anfangen. die schnellen urteile machen mich zu wütend und ich finde nicht den platz, um etwas zu sagen auf eine art, die mir gerecht erscheint. mit all den fürs und widers und dem zögern und den aspekten, die dafür und dagegen sprechen, das eine ergänzen und das andere widerlegen. vielleicht sehe ich zu wenig nächsten schritt. vielleicht verstehe ich ihn nicht. vielleicht, naja, vielleicht bin ich das problem.

anschließend p. besucht im prenzlauer berg. dem klischeeprenzlauer berg. in einer klischeeprenzlauerbergaltbaufamilienwohnung. und bei käsebrot und tee und kuchen über den hauskauf im brandenburgischen geplaudert und festgestellt, dass er auch noch klischeeprenzlauerbergschwabe ist. kurz sehnsucht gehabt nach dem wunsch nach einem klischeeleben. dann aber lieber noch vor der raumerstraße 39 stehen geblieben und kurz geweint vor nostalgischem vergangenheitsmoment und prenzlauerbergklischees nicht aushalten wollen müssen.

ringbahn gefahren und gedacht: das sollte man öfters machen; dieses ringbahnfahren.

einen text mit 50.000 zeichen produziert der nur 27500 haben darf. hysterisch gelacht. mehrmals. dann geweint und den verdacht gehegt, dass runterkürzen auf 44.000 zeichen der sache (keiner) auch nicht dient.

Sonntag, 11. März 2012

immer wenn die autokorrektur aus einem 'lg' ein 'kg' macht, denke ich an dich. immer wenn ich 'ich wees' sage, ist deine stimme in meinem kopf und fragt 'du wesst?' im rest der zeit erklingt immer noch musik im körper.

ich denke noch immer, ich muss nur genügend weit laufen. aber es wird nicht klarer. nicht weniger im kopf. du verschwindest nicht. du bist immer nah. es ist stadt und neukölln und dunkelheit und ich weiß nicht mehr, welchen weg ich nehmen soll, um nicht nach hause zu gehen. ich lasse mich treiben. stundenlang. manchmal wird der verlust schmerz und dann gewalt, die mich zu boden drückt. ich bleibe minutenlang liegen. einfach so. es ist egal. mir. dem rest sowieso.

du kommst nicht zurück. du wirst mir nicht verzeihen. wer dich einmal verlassen hat, ist weg. richtigimmerniemalsmehranders. dinge enden. und ich weiß, dass du nicht einmal mehr an mich denkst und auch, dass du den kopf heben würdest, weil ich weiß, dass du meine anwesenheit spüren könntest.

kopfschmerztage. elende. auch noch.

Donnerstag, 1. März 2012

es ist 1 Uhr nachts. und da ist die eine angst, mich schlafen zu legen in eine weitere nacht, in die du mir eine andere version unserer geschichte schickst, in der du mich berührst, mit mir streitest und lachst, mir mein versagen verzeihst. da bist und so nah, wie ich dich vermisse. du bleibst auch dann noch, wenn ich längst und meist vor dem aufgehen von helligkeit aus deiner traumanwesenheit aufgeschreckt bin. und da ist die andere angst, dass etwas heute nicht ausreichend sein könnte, um dich in einem traum herzustellen.

vermissen. like hell.

ich sitze mit c. im ringos und kurz bevor wir gehen, beginnt der barmann mit seinen gästen hebräisch zu sprechen. und es wird laut. und die orte verschwimmen und für einen moment könnte Berlin auch Tel Aviv sein und die erinnerung wird zur sehnsucht.

während dessen geht eine parallelwelt kaputt. hunderte kilometer entfernt und aus zugehörigkeitsillusionen gebaut. der schmerz aus entscheidung und verlust überwindet den raum ohne zögern und weil a. nicht zurück geht, werde ich nicht zurück kommen.

Sonntag, 26. Februar 2012

ich sehe ihn von hinten. er beugt sich über eine vitrine mit fotografien. die haare sind zu lang. und zu schwarz. der pullover zu rot. und der ort kann nicht stimmen. und trotzdem kann ich nicht aufhören, den mann anzustarren. ich bin von der ersten sekunde an angezogen und mein ganzer körper reagiert auf seinen anblick. ich bemerke, wie er mich aus den augenwinkeln beginnt anzusehen. ich taste mich vorwärts. sehe mir die bilder an, die er betrachtet. er bewegt sich keinen schritt. ich gehe an ihm vorbei. auf der anderen seite des raumes stellt er sich neben mich und verlagert das gewicht seines körpers in meine richtung. ich kann ihn spüren ohne das er mich berührt. ich bekomme keine luft. und kann keine zeile lesen, die dort vor mir liegt. zwei räume später wiederholen wir die situation. und bleiben wortlos. irgendwann starrt er mich an aber ich weiß nicht zu sagen, ob er mich sieht. sein blick geht durch mich hindurch. oder in mich hinein. auf keinen fall verharrt er an irgend einer oberfläche. meine haut flirrt. alles darunter scheint explodieren zu wollen. mein kopf ist leer und gibt einer stimme den raum, schrille töne zu schreien. ich halte meine hände fest, um ihnen nicht die chance zu geben, ihn einfach zu berühren.

ich gehe, ohne mich umzudrehen. und lasse einen wesentlichen teil von mir in dem raum einfach wortlos stehen.

Sonntag, 12. Februar 2012

es gibt momente. und die rauben atem und wenn man nicht aufpasst, dann auch den verstand. die gehen unter die haut und hinterlassen da spuren. schmerzen. sie akzeptieren keine grenze und brennen sich ein. und man freut sich darüber, denn so kann man sie speichern und der illusion erliegen, den soundtrack für einen zustand gefunden zu haben.

soap and skin. 12.2.2012 in der volksbühne.

der anfang einer anderen geschichte ist 13 jahre her. in der nacht vom 12. auf den 13. februar jagte eine gruppe von neonazis den 28jährigen asylbewerber farid guendoul und 2 seiner freunde durch die straßen in guben. als er versuchte, sich in einem hauseingang in der hugo jentsch str. 13 in sicherheit zu bringen, verletzte er sich beim durchtreten der glastür die schlagader am knie und verblutete innerhalb von 15 minuten auf den treppenstufen. kein hausbewohner kam ihm zur hilfe. während dessen fuhren die neonazis weiter grölend durch die straßen auf der suche nach ihren opfern.

es gibt keine worte für hass. und keine für wut. keine für trauer. und keine für einen verlust, den man nicht haben sollte.

Montag, 6. Februar 2012

musik klingt durch zwei verlassene innenhöfe. eine hinterhoffabriketage in neukölln. oberstes stockwerk, breite knarrende holztreppen vorbei an großen metalltüren. die menschen, denen man auf dem weg begegnet, grüßen. sie tragen masken, manche anzüge. lärm schlägt einem entgegen. dichte musik. dichte menschen. überall alkohol. lachen.

wir kämpfen uns durch eine tanzfläche. partymusik. wie sich körper winden, laut und kreischend, die physische aufmerksamkeit irgend eines gegenübers zu erhaschen. dazwischen trinkend und rauchend. jeder neue liedanfang als gemeinschaftliches gruppenerlebnis durch schreien zelebriert.

die junge frau brüllt in mein ohr, dass sie aus frankfurt käme und hier alles so geil sei. als ich frage, was genau, starrt sie mich mit großen augen entsetzt an und ich denke kurz, wie leicht es sei, heilige kühe zu schlachten.

ich finde einen jungen, an dem sich meine augen festsetzen können. ich kann mich nicht entscheiden, was ihn unterscheidet. vielleicht das offensichtliche in seiner unauffälligkeit. unaufgeregtheit in einem grauen kapuzenpullover. dünn, groß, schön und dunkel. tanzt ohne erkennen zu lassen, wem er gilt. trinkt gierig die reste aus verloren herumstehenden schnapsflaschen. und ich werde unfassbar müde.

das ist das berlin, von dem alle schwärmen. oder reden. das sie zitieren. und bedienen. hinterhoflofts in denen die wohnen, die etwas mit medien machen. oder kunst. die die flohmärkte leer gekauft haben, um ihre unterkünfte ganz anders zu gestalten. aufgeregt aus den dörfern ihrer eltern kommend verrückt sein wollen. individualität als durchtanzte nacht und als der kleidungstechnische versuch, möglichst wenig zu tragen, das zusammen passt.

ich könnte mir das ausdenken und es würde trotzdem stattfinden. und ich weiß, ich bin weder zu alt, das zu verstehen, noch zu wenig betrunken, um es zu geniessen. die fehlende gabe, etwas ernst zu nehmen, dass mir von grund auf lächerlich erscheint.

Donnerstag, 2. Februar 2012

kopfdinge. wenige. knallen durch einen vakuumraum. lösen nichts aus. nicht einmal schmerz. ich erhöhe ihre geschwindigkeit. es scheint noch nicht zu genügen.

distanz. zu den dingen. die menschen sind. daran versuche ich mich zu erinnern. und mein größtes problem ist die angst, dass ich das nicht kann. mich erinnern.

überhaupt erinnern. dieses fischen in trüben unwegbarkeiten. dieses finden von einzelnen teilen. die verbindungen zwischen ihnen sind wie binnfäden und ich kann mich nicht irren, wenn ich sie für konstruiert halte.

Montag, 30. Januar 2012

ob ich denn gerade auf der suche sei, fragt sie mich und ich antworte sofort: nein und ich kann mir nicht vorstellen, es perspektivisch noch einmal zu sein. der kopf zählt durch und kommt auf lange zeiten und ich damit nicht umhin zu bemerken, dass ich davon ausgehe, für jeden rest allein zu sein. diese tage durchgezählt, beschleichen mich angst und unsicherheit.

sechs jahre ist es her, dass ich eine beziehung hatte. seit sechs jahren bin ich für niemanden etwas besonderes, kann sich niemand vorstellen, seine zeiten mit mir zu teilen. will niemand mir nahe sein, mich küssen, berühren, ficken. niemand will sich mit mir streiten, um sich wieder zu versöhnen. niemand will meine meinung wissen zu den kleinen und den großen dingen. zu meinen kümmernissen und den (zugegebenermaßen viel selteneren) großartigkeiten. niemand will mir freuden machen. darüber mit mir nachdenken, ob wir zusammen wohnen könnten oder doch erst einmal nur in den urlaub fahren. niemand will sonntags mit mir im bett liegen und schwachsinnige filme ansehen. niemand will mich begleiten, wenn ich nur mal schnell nach xyz muss. niemand will mit mit perspektivisches besprechen. niemand ist da, wenn ich erst nachts mit dem arbeiten fertig bin. niemand kauft für mich ein. niemand sorgt sich um mich. ich bin weder der letzte gedanke vor dem einschlafen noch der erste nach dem aufwachen. niemand ist schlaflos wegen mir. niemand atemlos. niemand bringt meine fussleisten an oder hilft mir, mich durchzuringen, ein sofa zu kaufen.

da ist noch sehr viel zeit für sehr wenig.

Donnerstag, 26. Januar 2012

und immer ist es musik.

manchmal frage ich mich, was aus all den bildern von mir geworden ist. er muss an die hundert haben. zu den verstörensten dingen unserer ersten begegnung gehört, dass er kein wort mit mir wechselte, und ich immer das gefühl hatte, dass er da gegenüber auf der anderen seite des tisches nicht seine mails checkt sondern (sich) bilder von mir macht. und später immer wieder. und immer wenn wir lachten. und immer wenn es uns gut ging.

ich kann darüber nicht schreiben. ich versuche es seit tagen. es verhindert, dass ich irgendetwas anderes schreibe und es fängt an, mich wahnsinnig zu machen. ich würde so gern jedes detail festhalten, damit ich nichts vergesse, keinen moment, keinen satz, keinen blick, kein gefühl, keinen gedanken. ich würde das schreiben gern nutzen, um ordnung zu schaffen, etwas zu finden, wo ich das chaos hinein sortieren kann, wenigstens einen rahmen oder bitte auch nur einen anknüpfungspunkt. nichts geht. gar nichts. ich bin überschwemmt von erinnerungen und manchmal von sehnsucht, die mich weinen lässt. und ich höre musik. sie ist in meinem kopf, unter meiner haut. es ist, als wäre er gegangen und hätte sie hinterlassen. sie ist zu meinem ständigen begleiter geworden. ich weiß, wie kitschig das ist, wie albern. ich weiß, wie es mich begleitet, wie froh es mich macht, wie ruhig.

während dessen verliere ich menschen, die in meinem leben waren und mich jahrelang begleitet haben. zu denen ich ein verhältnis allein aufgrund gelebter zeiten haben sollte. ich beobachte mich dabei, wie egal es mir ist. ich kann nicht aufhören, es absurd zu finden, wie leicht es ist, sie aus meinem leben verschwinden zu lassen. sie zu hübschen farbigfrohen erinnerungen zu modellieren. nichts berührt mich außer der angst, was mit mir nicht stimmt.

man kann über all das im übrigen nicht sprechen. da hört niemand zu. das will niemand wissen. ich weiss nicht warum. aber es funktioniert nicht. alle sagen, dass große weinen würde noch kommen. aber ich weiß, das stimmt nicht und bin zu müde gegen ihr wohliges sichersein anzusprechen.

das alles bleibt in meinem kopf. In den windungen, die ich beschreite und in denen ich mich verlaufe. die ich mir zusammenbiege. die sinn erzeugen sollen. und nur die bedeutung haben, die ich ihnen gebe. was will ich im leid. und was in der geschichte, die keine auflösung hat.

Freitag, 6. Januar 2012

und ich sammle die erinnerungen eines jahres. und lasse sie abprallen an dem satz es geht mir gut. ich lasse die bilder verschwimmen und die worte, die ahnungen von zärtlichkeit und die hoffnungen auf wärme. ich möchte nicht entscheiden, ob diese übungenimpositivendenken selbstbetrug sind, der leere atemzug vor dem nächsten crash oder ob y. recht hatte als er sagte, das mahlerprojekt würde uns alle verändern.

ein wenig bitte ich nur noch um ruhe im kopf. ein wenig geduld bevor die dinge wieder nur beängstigend sind, die abgründe nicht vor einem liegen sondern man selbst im freien fall den aufprall noch nicht einmal ahnt.

nur ein paar y-vermissenseingeständnisse stören noch.

Dienstag, 27. September 2011

stell dir vor, da ist jemand, für den du durchhalten kannst.
stell dir vor, da ist jemand, der würde in neuseeland in ein flugzeug steigen, wenn du dich entschließt, ihn anzurufen und um hilfe zu bitten.
stell dir vor, da ist einer, der kommt vom wochenlangen aufenthalt zurück und du bist die einzige, die er sehen will.
stell dir vor, da ist jemand, der bringt dir musik, bevor er mit seiner freundin in den urlaub fährt.
stell dir vor, da ist jemand, der ist bereit, 9 monate vor einer hochzeit dein +1 zu sein, egal in was für beziehungen zu anderen ihr euch dann befindet.
stell dir vor, da ist jemand, für den würdest du jeder situation und jedem menschen entfliehen.
stell dir vor, ihr seid beste freunde.

Samstag, 24. September 2011

ich werde 3 tage in münchen sein und von morgens bis abends proben. aber wenn du beistand brauchst, dann ruf immer an. ja?

Montag, 12. September 2011

auf dem nachhauseweg kannst du dir vorstellen, in die wohnung zu kommen, die taschen abzustellen, die jacke auszuziehen, ein messer zu nehmen, ins bad zu gehen, dir die pulsadern aufzuschneiden. die klarheit treibt dir die tränen in die augen und du sitzt in der ubahn zwischen all den menschen, den hippen neuneuköllnern und den, denen man das lange hiersein sofort ansieht und findest nichts, an dem du dich festhalten kannst. du weisst, du könntest das überstehen, in dem du jemanden anrufst und bittest, am telefon bei dir zu bleiben. wen du fragen könntest zu kommen, um an deinem bett zu sitzen, weisst du nicht. dein kopf scheint zu explodieren vor all den widerlichkeiten der letzten tage, von denen du nur weißt, weil du zu viel liest. grass, der sturm auf die israelische botschaft in kairo, die türkischen drohungen gegen israel, der schwachsinn auf einer veranstaltung zum 11.september. all die dinge im kopf. die gedanken, die beobachtungen, die überschneidungen, die ängste, die vermutungen. du bist zu viel für jeden und nicht da für irgendjemanden. sie starren dich an. manchmal finden sie dich lustig. abgefahren. nicht normal. interessant. mutig. klug. dann gehen sie weg. und zwischendrin immer wieder y. der nicht funktioniert wie du irgendetwas erwartest. der schweigt zwischen ignoranz in der begegnung und minutenlangem anstarren. müdigkeit. so viel davon. das bedürfnis, auf der stelle einzuschlafen vor und nach den stunden, die du wach im bett liegst und nicht einschlafen kannst.

Samstag, 10. September 2011

ich weiß es morgens mit dem aufwachen. die leere ist sofort da und wird den ganzen tag über bleiben. es gibt keine sehnsucht mehr, keine vorstellung. jeder gedanke fällt in das loch und hat sich in sekundenbruchteilen ins unkenntliche aufgelöst.

mein körper, der jeden atemzug seiner anwesenheit spüren konnte, weiß sofort, dass er verloren ging und fehlen kann, ohne dass mir etwas gehörte. gebrochen irgendwo zwischen finnland und berlin. dahlem. nicht einmal moment und ort werden sich bestimmen lassen.

wenn ich wusste, dass es kein gutes ende nimmt aber nicht, dass es ein ende hat, war mir das zu erwartende elend einmal lieber als der verlust in vier tagen. gestern nacht konnte ich noch wissen, wie sein körper sich anfühlt, auch wenn er nicht neben mir liegt, am tag zuvor sein foto noch ansehen und etwas darin lesen. vergleichszustände, irrtümliche.

ich sitze in einer fremden wohnung und zähle die dinge, die ich habe: neben einem beatlessong, einer leeren zigarettenschachtel, 30 momente auf dem iphone, seine stimme unter meiner haut.

fucking zugehörigkeitsmissverständnisse.

Donnerstag, 8. September 2011

liste der dinge, über die wir sprechen, wenn wir einmal zeit haben werden:
- warum er keine kontaktlinsen trägt
- warum architektur nach 1945 nicht per se scheisse ist
- warum wir woody allen für alles lieben was er tut
- warum ich mein leben nicht auf die reihe kriege
(to be continued)

Montag, 5. September 2011

nur zweimal muss das telefon klingeln, dann kann seine stimme sich über mein ohr ihren weg in meine nerven bahnen. in sekundenschnelle nistet sie sich ein. sie überwindet kilometer und grenzen und fragt, wie es mir als assistentin ginge und bestimmt, dass ich doch wohl wüsste, dass ich genau das nicht sei. ich lache und sage, das wäre kompliziert und weiß nur nicht, wie ich jemandem, der in finnland auf einer straße steht, erklären soll, wie wenig ich mit meinem leben gerade anzufangen wisse und dass ich dann eben doch nicht er sei. und dass ich eine idee verloren habe. irgendeine. die vom grossenideenverfolgen offensichtlich ganz besonders. nur dass er sieht, dass die situation und ich nicht zusammengehören und dass er dies als einziger tut, das bleibt in meinem kopf und unter meiner haut. in meinem magen und in meinen knien. in den fingerspitzen und es nistet sich ein hinter den schläfen und schlägt in einem takt während ich durch dunkle straßen laufe in denen der herbst schon wohnt und die menschen sich in decken hüllen, um ihn zu ignorieren und sich doch nur auszutauschen über den sommer, den es nicht gab. und während er nicht da ist, bleibt er und zieht mich an neue grenzen von fremdsein.

Donnerstag, 1. September 2011

ich denke mir einhundert szenarien aus und weiß damit nicht nur um die vielfältigkeiten meiner phantasien sondern auch, dass keine von ihnen eintreten wird. und trotzdem werde ich den gesamten morgigen abend damit verbringen, darauf zu warten, dass du den raum betrittst, lächelst, ganz nahe kommst und in mein ohr flüsterst kein tumor. es tut mir leid, dass ich dir so eine angst gemacht habe. und jetzt lass uns verschwinden.

Montag, 29. August 2011

die zeit sind nicht mehr tage sondern stunden. irgendwann werden es nur noch minuten sein. meine fingerspitzen beginnen zu flirren. mein magen weigert sich, einen gedanken an nahrung zuzulassen. die haut wird dünner, die sinne werden sensibler.

mein kopf spielt szenarien durch: wann kann ich dich wie nicht wiedersehen? wie kann ich aus minuten und stunden wieder tage machen?

Freitag, 26. August 2011

ich kann mich nicht erinnern. bis ich ungefähr 14 war. und er fragt, ob etwas passiert sei oder ich mich einfach unfassbar gelangweilt habe. ich habe das noch nie nicht erklären müssen. ich bin so überrascht, dass ich mich fast an der stets wiederholten antwortvorgabe verschlucke. gelangweilt, sage ich, ich habe mich so unfassbar gelangweilt.

unsere zeit setzt sich zusammen aus diesen momenten. dazwischen beobachte ich ihn. als gäbe es etwas zu sezieren. als könnte ich ihn in kleine stücke schneiden, um jedes einzeln zu betrachten und das entdecken, was ich suche. zum verstehen. zum einordnen. ich sei ihm ein miracle und er könne mir nicht vertrauen, da er mich nicht durchschaue. ich lache und denke gut so.

ich habe angst. ich nehme die momente, die passen. setze sie neu zusammen und glaube, daraus ein bild zu formen. paris ist weit und stundentagelang bilde ich mir gern ein, abstand schafft ihn aus der welt. dass jeder satz, den ich über ihn spreche, ihn zurück in meinen körper schiesst, kann ich immer besser ignorieren. überhaupt ignoranz. wie mag ich sie. sie hält auch aus, wenn ich nichts anderes denken kann als die panik, dass wir viel zu wenig sind um nicht auch und jeder zeit sofort wieder aus dem leben des anderen zu entkommen. was haben wir da schon verloren. noch ist die zeit auf unserer seite. denn ausser einer liste aus gemeinsamkeiten, zigarettenritualen und geteilter musik sind kaum spuren hinterlassen. glaube ich. gern.

Freitag, 19. August 2011

weil ich nicht weiter weiß, gehe ich ins kino. in eine 5 uhr vorstellung. zu einem film um liebe und sichfinden. als ich rauskomme, ist es immer noch zu hell. zu zeitig, sich ins bett zu legen und über nichts nach zu denken.

ich laufe. elbow dröhnen gegen mein gehirn. schmerzen im kopf.

nichts hilft.

emotion drückt gegen meinen magen. gegen mein herz. meine lunge. ich möchte brechen. dich ausbrechen. jeden gedanken an dich. jedes wort von dir. statt dessen habe ich nur tränen in den augen und das bedürfnis, mich auf die straße zu legen. mich überlaufen zu lassen. einzudringen in das harte pflaster.

niemand könnte mir fremder sein. ferner. unmöglicher. niemand vertrauter.

ich möchte gegen wände laufen. bis ich ohnmächtig bin. ein verlangen, dass der schmerz aus dem inneren sich auf der haut abzeichnet. spuren hinterlässt. die qualen nicht nur mein gehirn zerteilen.

ich kann es nicht erklären. dich nicht fassen. dich nicht rahmen. ich weiß, dass ich nichts für dich bin. nur weil wir verstehen, dass wir uns nicht verstehen, gibt es keine gemeinsamkeit im finden. und ich weiß, dass ich da raus will. dass du aus mir raus sollst. endlich nach all den tagen weiß ich, dass ich jetzt weglaufen kann. ich weiß noch nicht wohin und ich weiß, dass ich vor dir nicht unsichtbar werde.