Dienstag, 24. Juni 2014

heute vor einem jahr landete mein flugzeug in tel aviv. während alles in diesem zeitraum zu einer grauen, nebeligen, verwischten masse verschwimmt, scheint jeder moment meiner begegnung mit n, jedes dazugehörige gefühl, jeder geruch, jede zigarette, jeder arak, jedes lachen, jeder blick klar zu bleiben, sich nicht einzufügen in die vergangenheitsdarstellungen. dabei hat die zeit mich lange eingeholt, weiss ich nun so viel mehr, was eine nähe damals verunmöglicht hätte. ich habe keine sehnsucht mehr, kein verlangen. nur gestochen scharfe erinnerung und einen tiefen schrecken im inneren, als sein fb-profil zu erkennen gab, er sei in berlin. es regnet. tagebuch-bloggen können. das wäre doch schön.

Samstag, 14. Dezember 2013

IV

In Jerusalem hat es geschneit. In Spanien stelle ich fest, dass n. meinen Blog gelesen hat. Nicht den hier, den anderen. In einem Text, der in Warschau geschrieben wurde, finde ich seine Worte. Sie machen dort überhaupt keinen Sinn und ich beobachte mich, wie mein Kopf anfängt, gegen seine Argumentation zu streiten. Nach einer viel zu langen Weile merke ich, dass ich das gar nicht mehr muss. Das es kein Gegenüber mehr gibt. Dass es egal ist, auch, weil die Frau, die den Text schreibt, seine Gedanken schlicht übernimmt, ohne sie zu hinterfragen. Das alles steht in keinem Zusammenhang. Es treibt nur meine Gedanken in eine Richtung und macht dieses Sehnsucht, das mich ahnen lässt es ist eben doch noch nicht vorbei.

Montag, 9. Dezember 2013

III

Alles ist schnell und alles schnell weit weg. Zwei Blicke aufs Meer und der Versuch, den Horizont zu finden. Endlosigkeit. Am 9. Dezember auf einem Balkon sitzen und irgendwann die Jacke ausziehen. Ich kann den Rauch von x Zigarette einatmen und seine Stimme in meinem Nacken spüren, während ich meinen Kopf hinabbeuge, um darüber zu lesen, wie jemand 50 Jahre später von Treblinka spricht. Geh weg und lass ihn in seinem Auschwitz schiebt sich die Zeile von g darüber, die er schrieb, als ich auf dem Flughafen saß, eine Stunde zu früh und als das große Weinen begann, wieder und dieses Mal mit mehr Bestimmtheit. Vor zwei Monaten erst. Die Gewissheit von Zukunft, die aus den letzten Momenten in seinem Auto in Jerusalem rührte, wandelte sich erst in Tragik. Dann in Lächerlichkeit. Wieder nur. Zu x nach Spanien fliegen. N zurücklassen. Noch einmal traurig sein. Noch einmal kotzen. Nicht mehr sehen, wann er online ist. Seinen Tag nicht mehr bestimmen können. Nicht mehr wartenwarten, dass er etwas tut. Sagt. Schweigt. Denkt. Ignoriert. Leere lässt sich jetzt zu schnell mit hässlichen Geschichten auffüllen. Weinen nur noch bei den Bildern der ersten Tage. Vom fucking Vertrauen. Von der scheiß Nähe. Wieder das Jahr nicht aufgeschrieben.

Montag, 22. Juli 2013

II

Nur 5 Tage. Deshalb kann ich ihn nicht vermissen. Deshalb kann ich keine Sehnsucht nach ihm haben. Und überhaupt geht alles hier und einfach weiter und dazu scheint die Sonne. Dabei verblasst das Gesicht in meinen Gedanken und die Fotografie wird fremder. Sprich wenigstens wieder mit mir, tickert es im Kopf, irgendetwas. Und der Blick wandert immer wieder Richtung Chatfenster. Wie beruhigend es sich anfühlt, zu sehen, dass er online ist. Ich kann vorhersagen, wann er aufsteht und sehen, wann er ins Bett geht. Wie hat sich Berechtigung ohne Zutun aus Erinnerung hergestellt, als es kein Internet gab. Er fehlt mir. Er kann dir nicht fehlen, es waren nur 5 Tage. Ich will ihn sehen. Sei nicht albern. Natürlich macht es Sinn, dass es keinen Sinn macht. Geschichten, Vergangenheiten, Verletzungen, Angst. Es ist vernünftig. Es gefällt mir, dass es nicht die 2095 Kilometer sind. Während ich noch dachte: Wie cool, ich mag jemanden wirklich gern und drehe nicht gleich durch, war er schon dabei, eine Beziehung mit mir zu durchdenken. Und sich dagegen zu entscheiden. Das ist verrückt. Ich weiß. Das ist manchmal so gewaltig, dass es mir die Luft abschnürt. Dann denke ich, wie es sich anfühlte, wenn er mir gegenübersaß, mit jemand anderem sprach und nicht aufhören konnte, mich immer wieder anzusehen und zu lächeln. Dann lache ich. Immer noch. Dann fehlt er mir so sehr. Ich weiß.

Dienstag, 2. Juli 2013

I

Ich stehe im Wasser, die Wellen sind so hoch, dass wir in 20 Minuten aufgefordert werden werden, dass Meer wieder zu verlassen. Noch habe ich Zeit, nach links zu blicken. Yaffa bildet die Grenze am Horizont. Jemand hat mal gesagt, am Strand Richtung Yaffa zu blicken, ist in die Vergangenheit zu sehen; nach rechts, das heisst nach Tel Aviv, in die Zukunft. Wenn ich jetzt losgehen würde, könnte ich ihn 20 Minuten später noch einmal sehen. Ich weiss ohne zu zögern, wo ich ihn finden würde. Wahrscheinlich ist das meine letzte Chance. In wenigen Stunden wird uns die Entfernung Jerusalem - Tel Aviv trennen, in 72 die Kilometer zwischen Jerusalem und Berlin. Die Möglichkeit, der Gedanke, die Konsequenz schnüren mir die Kehle zu. Ich stehe in den Wellen und beginne zu weinen. Ich werde nicht loslaufen. Ich gehe in die Stadt und kaufe Schuhe. Ich weiss, was er über sie sagen, und wie er dazu lachen würde. Als ich nach Hause komme, steht ein weisses Auto vor der Tür, eine deutsche Marke. Das gibt es hier kaum und ich denke sofort, er ist zurück. Alles verkrampft, alles ist angespannt. Natürlich irre ich mich und mein Körper mit mir. Ich gehe wieder zum Strand. Die Wellen sind immer noch da und ich erwarte jede Minute, dass er hinter mir steht. Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, dachte ich nur, wie schön er ist. Und es war egal. So viele sind hier schön. Zu viele geben und nehmen hier Aufmerksamkeit. Zu schnell stellen sich hier Nähen her. Und verschwinden wieder. Später am Abend fragt er, ob jemand rauchen will. Ich werde die einzige sein und mit ihm an einer Mauer vor dem Restaurant stehen. Irgendwann in dieser Zigarettenlänge passiert es. Wir stehen zu nah. Ich kann seine Haut spüren. Und seinen Blick immer auf mir ruhen. Ich atme ihn ein. Wir sprechen ganz leise. Informationen, die man austauscht. Rahmen, die man schafft. Die das Vertrauen und die Nähe rechtfertigen sollen. Als wir uns am nächsten Tag wieder sehen, wird er mich anlachen. Wir werden Sekundenzeiten zusammen haben. Immer wieder zwischen all den Menschen Momente herstellen. Ich werde aufhören zu schlafen und kaum noch essen. Ich werde zu viel lachen. Ich werde darüber nachdenken, wie viel zu viel Klischee in dieser Geschichte steckt. Ich werde denken, dass unser Problem, unser erster Streit darin bestehen werden, dass er israelischer Linker ist und mich auf eine Palästina-Unterstützer-Demo mitnehmen will. Und ich werde denken: So ist es also, wenn man den Menschen trifft, mit dem man sein Leben verbringen wird. Ich werde ihn mögen. Einfach so und einfach sehr. Ohne Ängste. Ohne Spielereien. Ich werde ihn mögen und das Gefühl gut finden. Ich werde immer wieder seinen Körper spüren und ich werde ihn immer und einfach anfassen, wenn ich es möchte. Und es wird mir nicht einmal komisch vorkommen. Es wird immer und immer alles selbstverständlich erscheinen. Irgendwann auf dem Markt in Jerusalem werde ich plötzlich hören, dass er Zweifel hat. Ich werde sie nicht verstehen und diesen einen Satz für einen Scherz halten. Am nächsten Tag und im Bus nach Tel Aviv werde ich erkennen, was er meint. Und dass es Konsequenzen hat. Dann werde ich zum ersten Mal weinen. Als wir uns wiedersehen, stirbt jemand nur wenige Meter entfernt. Er wird noch versucht haben, ihn zu retten. Wir werden zwischen all den Menschen funktionieren. Mit mehr Distanz. Nur die Gesten bleiben. Später wird einer seiner Freunde ihn fragen, ob er eifersüchtig sei, weil er - der Freund - eine Geste nur mit mir teilt. Es ist das erste Mal, dass jemand auf uns reagiert. Und dass es für ein Aussen ein 'uns' gibt. Als er aufsteht und geht, weine ich wieder. Gestern Abend schreibt er eine mail. Er will mich sehen und wiederholt seinen Zweifel so, dass ich weiss, dass es vorbei ist. Wir beginnen uns zu streiten. Und ich verstehe immer weniger, worum es ihm geht. Ich werde weinen, immer wieder. Er wird nach Tel Aviv kommen. Und ich werde Schuhe kaufen gehen. Gerade kommt jemand vorbei, und sagt mir, dass er traurig ist. Ich werde in den nächsten 56 Stunden nicht aufhören können zu denken, dass ich nicht will, dass es so endet.

Sonntag, 26. Mai 2013

der wunderbare mek hat mir ein Stöckchen zugeworfen, ich bin gerührt und kann natürlich nicht widerstehen, ein wenig zur Situation hier zu plaudern:

Bloggerinnen-Typ:
Gelegenheitsbloggerin. Mit permanent schlechtem Gewissen, nur gelegentlich zu bloggen.

Gerätschaften digital:
macbookpro (noch so ein schönes, mit silberner Tastatur), iPhone und iPad. Irgendwie fühlt sich damit mein Leben organisiert ist.

Gerätschaften analog:
Notizzettel, die ich dann zu Haufen stapele.

Arbeitsweise:
Ich habe angefangen zu bloggen, als ich zum ersten Mal aus Israel zurück gekommen bin und Schwierigkeiten hatte, hier anzukommen, die über das Übliche an Schwierigkeiten nach einer Reise wieder anzukommen, weit hinausgingen. Und ein bisschen ist es immer noch so: Ich blogge, wenn es mit dem Klarkommen gar nicht funktioniert. Dabei kann es um Melancholien gehen, oder um Menschen und Situationen, die ich nicht geordnet kriege. Es ist definitiv immer der Versuch, etwas zu ordnen. Und meistens funktioniert es. Weil ich dann plötzlich Worte gefunden habe. Dann kann ich es aus meinem Kopf wieder streichen.
Seitdem ich twittere, hat das bloggen nachgelassen. Ersteres gibt mir die Möglichkeit, schnell etwas von dem Chaos in meinem Kopf loszuwerden. nebenbei sozusagen und auch wenn ich unterwegs bin. Aber ich bin unzufrieden mit der Situation; mir fehlt es, kleine längere Sachen zu schreiben, was ja immer auch bedeutet, ein paar mehr Gedanken in einen Zusammenhang zu stellen.
Grundsätzlich blogge ich nachts und am liebsten, wenn ich schon im Bett bin.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?
Ich schreibe alles in Textdatei und kopiere es dann? Definitiv klingt mir das gerade, als hätte ich wichtige Dinge verpasst. Ansonsten bin ich auch keine große Nutzerin von Tools. Ich warte immer noch ein bisschen darauf, dass man jemand kommt, und mir den Umgang mit dem Internet erklärt, ohne mich zu langweilen.

Wo sammelst du deine Blogideen?
In meinem Kopf. Ich meine, das ist alles hier sehr persönlich. Und um nichts anderes geht es mir dabei.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?
Habe ich nicht. Ich vergeude meine Zeit im Internet. Und ich fürchte, ich werde die Zeit nicht sparen, indem ich da Tricks anwende.

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?
Nein.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?
Kamera

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Ich kann sehr schnell Zusammenhänge erkennen und Muster, übergeordnet denken sozusagen. Das macht mein jeweiliges Gegenüber wahnsinnig. Weil ich dann nicht mehr über das Eigentliche spreche, sondern über Kontexte. Deshalb bin ich auch schlechter im Streiten als viele andere. Ich kann sehr gut allein sein. Ich richte im Kopf immer die Wohnungen der Leute neu ein, die ich besuche, weil ich denke, dass ich das besser könnte als sie. In meiner eigenen Wohnung habe ich nur 5 Möbelstücke. Was vermutlich auch bedeutet, dass ich besser mit sehr wenigen Dingen auskomme, als andere. Ich kann besser kochen als viele. Leider ist das eine völlig verschwendete Gabe.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Gerade subʞutan. Eine allgemeingültige Aussage kann ich hier aber nicht treffen, oft mag ich es aber, wenn es einfach still ist.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?
Er wäre perfekt, wenn ich zwischen 4 und 6 Uhr morgens ins Bett gehen könnte, dann schlafen bis 12 und arbeiten ab 16 Uhr. Meine Realität entspricht dem nicht. Und so ich bin bis 22 Uhr zum Teil erschlagen müde, dann fröhlich und produktiv und muss mich zwingen, spätestens um 1 Uhr im Bett zu sein, wo ich dann nicht einschlafen kann.

Eher introvertiert oder extrovertiert?
Eher gelangweilt, was als introvertiert verstanden wird. Manchmal kann ich das überspielen, dann gelte ich als extrovertiert.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?
Ich würde mir frau fragmente wünschen, die zwar so lange nichts geschrieben hat, die ich als Bloggerin aber verehr(t)e, wie kaum eine zweite.

Der beste Rat, den du je bekommen hast?
"Wir bräuchten jeden Tag / Einen ziemlich guten Rat / Der uns aufs genaueste sagt / Wie man sich einen solchen guten Rat / In genau dieser Art / In der nächsten Zeit erspart" (Tocotronic. Ein guter Rat)

Noch irgendwas wichtiges?
zu viel. wie immer.

Montag, 13. Mai 2013

ich lese von einer nacht. genau 10 monate später steht er auf einem bahnhof und wartet, weil er sich dachte, dass ich mit genau dem zug ankomme. wir lachen immer noch, wenn wir uns ansehen. schon nach 2 stunden weiß er, wenn es pulloverwetter für mich sei und tshirtwetter für ihn. er sagt draussenwelt und fragt, ob ich etwas daraus brauche. wir erzählen uns immer noch ein wenig zu viel von den sachen, die wir anderen nicht erzählen. die erste nacht ist die schönste. wir sind zu viel unterwegs. wir trinken zu viel. wir rauchen zu viel. wir müssen uns zu viel kennenlernen. wir laufen beide gern durch die stadt. manchmal bleiben wir auf den straßen stehen, weil wir lieber zuhören als weitergehen wollen. irgendwann in einem park habe ich das bedürfnis, seine hand zu nehmen. ich mache es nicht. er ist verstört. er ist zu nervös. er nimmt zu viele drogen. manchmal weiß ich, dass er mich beobachtet. er hat mich berührt werde ich zwei nächte später an m. schreiben. nachdem er mich nach nur einer stunde allein auf der party zurück gelassen hat. noch ein paar stunden später werden wir uns irritiert im dunkel der wohnung gegenüberstehen. ich kann mich nicht erinnern, was wir gesagt haben. ich war zu betrunken. und zu verletzt. und zu ängstlich. am nächsten morgen werde ich mich aus der wohnung schleichen, bevor er von der arbeit zurück kommt. auf dem küchentisch liegt nur sein distanzierter wunsch für eine gute reise. ganz leicht zeichnet sich daneben noch das herz ab, dass unter der nachricht stand, die er 24 stunden früher für mich schrieb. 

Sonntag, 5. Mai 2013

weil jedes dazugehören wollen, mit einem aufwand verbunden ist, der zurückweisung beinhalten kann und demütigen nach sich zieht.

Donnerstag, 2. Mai 2013

vergeht die zeit. zu viel im kopf. aber wenn sich realität und erinnerung nur über kommunikation herstellen, wird nicht viel bleiben. einsamkeit war nie, jemanden als beziehung zu vermissen. das hat sich geändert. ich fluche ein bisschen und weiß noch nicht, wie ich das wieder besser machen soll. es ist, als hätte ich jetzt alles allein ausprobiert. das leben und das nichtlebenwollen. das essengehen, das verreisen, die sonntage, das kino, das laufen, das geniessen, das weinen, das denken. und als würde ich jetzt wieder wissen wollen, wie es noch anders geht. aber es ist nicht nur das. es ist vielmehr auch, dass meine direkte umgebung nicht mehr mein leben sein soll. ich bin nur wenn es in ihren zeiten und bedürfnissen passt. oder überflüssig.

mit dem frühling kommen die melancholien. man könnte denken, dass es anders sein muss. aber die zurschaugestellte zugehörigkeit im öffentlichen, die präsentation von zeit und vergnügen und schönsein und wichtigsein und lautsein und frohsein verunträglicht mir jeden außenaufenthalt.

unzugehörigkeiten. neu ist das nicht. die medikamente lassen mich nur manchmal wünschen, ich könnte das auch wieder nutzbarer sehen.

so verunfallte ich mit dem pürierstab. und kriege seit dem nicht den gedanken aus dem kopf von diesem wenigeralssekundenmoment und dem schmerz und dem blut und der hilflosigkeit und der angst und der lächerichkeit und den jogginghosen und der brille mit dem bärlauch und dem nochmehrblut.

Samstag, 9. Februar 2013

die percanta hat mir vor einiger zeit ein „stöckchen“ zugeworfen. ich habe das nicht vergessen, nur ein bisschen verdrängt. auch, weil ich eigentlich nicht so viel zu sagen haben werde. aber weil die idee so schön ist und man das überhaupt wieder viel öfter machen sollte und ich mich ein bisschen überrascht und geehrt ob der anfrage selbst fühlte, schreibe ich da jetzt was zu.

Was ist der Arbeitstitel Ihres Buchs?
als erstes muss ich sagen, dass es zwei „projekte“ gibt. zum einen möchte ich – oder besser muss ich, weil es mir sehr fehlt – ein neues größeres forschungsprojekt machen, etwas, das am ende dann hoffentlich als buch veröffentlicht wird. es firmiert derzeit eher unter dem titel, der den organisatorischen rahmen und letztlich das ziel formuliert: post doc versus habil. zum zweiten gibt es einen ordner mit dem titel das ist die geschichte von k.

Woher kam die Idee für das Buch?
die idee, dass die dissertation nicht das letzte forschungsvorhaben ist, war ziemlich klar: neben meiner festen überzeugung, dass ich nichts anderes kann als bücher lesen, forschen und schreiben, habe ich sehr gern promoviert und es fehlt mir sehr, derartig intensiv in einem großen projekt zu sein und all die damit zusammenhängenden probleme zu denken und zu lösen. eine schwierigkeit war – oder ist es manchmal immer noch – mich für ein nächstes forschungsthema zu entscheiden. das habe ich im letzten jahr zwar getan, aber nach wie vor sehe ich dinge, bei denen ich denke hej, das muss ich unbedingt lösen.
die idee für das andere buch, dass ich immer weniger als „buch“ im sinne eines romans sehe als eher als eine lange geschichte – wobei es mir schwer fiele, die unterschiede so genau zu beschreiben – resultiert aus dem versuch, worte für depressionszeiten zu finden. ich habe ein großes vertrauen in sprache und die sprachlosigkeit in depressionszeiten gehört für mich zu den erfahrungen, bei denen ich mir immer vorstellen kann, daran eines tages zu zerbrechen. vielleicht hat es etwas mit dem bedürfnis zu tun, diese situationen zu bannen.

Unter welches Genre fällt Ihr Buch?
ersteres ist eine wissenschaftliche veröffentlichung, zweiteres wie gesagt eine geschichte.

Wie lautet die Einsatzzusammenfassung Ihres Buches?
ersteres: haben Sie sich eigentlich mal überlegt, dass architektur die vorstellung von einer historischen wirklichkeit vermitteln kann und ist Ihnen dabei klar geworden, welche schwierigkeiten sich vielleicht ergeben, wenn rekonstruktionen versuchen, diese wieder herzustellen?
zweiteres: Das ist die Geschichte von k. Und k. beschloss zu sterben. (was ein zitat der ersten beiden sätze ist)

Welche Schauspieler sollten Ihre Charaktere in einer Filmumsetzung spielen?
nathalie portman. egal was, zur not schreibe ich ihr jeweils eine rolle rein.

Werden Sie Ihr Buch selbst verlegen oder wird es vertreten durch einen Agenten?
für ersteres suche ich dann einen verlag und auch eine institution oder stiftung, die den druck finanziert. derzeit erdrücken mich noch die schulden, die durch die veröffentlichung meiner doktorarbeit entstanden. diese situation will ich weder ausbauen noch wiederholen. Es ist hart, sich so viel geld für den druck eines buch geliehen zu haben, und zur zeit zum beispiel nicht zu wissen, wie man die neuen kontaktlinsen bezahlen soll.
bei der geschichte habe ich noch keine vorstellung. ich kann mir gut denken, dass die hier in einer virtuellen schublade rumliegt und fraufrank die dann zu einem teil meiner zu schreibenden biographie verwendet.

Wie lange haben Sie gebraucht, um den ersten Entwurf Ihres Manuskripts zu schreiben?
mit beiden themen und den entsprechenden skizzen bin ich seit vielleicht 1,5 oder 2 jahren beschäftigt.

Welche anderen Bücher würden Sie mit Ihrem Genre vergleichen?
ersteres mit meiner doktorarbeit, bei zweiterem bin ich nicht sicher. was ein problem für mich ist.

Was sonst über Ihr Buch könnte das Interesse des Lesers wecken?
ich glaube, die art wie ich darüber spreche. also bis zu dem moment, wo ich mein gegenüber in der regel überfordere oder deprimiere.

Möchten Sie andere Autoren für das Interview nominieren?
da er (ebenfalls) auf percantas zuwurf bisher nicht reagiert hat, nehme ich hier ein größeres stöckchen für den verehrten mek, um ihn doch noch zu motivieren und ein kleineres natürlich für die wunderbare fraufrank.



Dienstag, 29. Januar 2013

ich habe die derzeitige sexismusdebatte nicht ernsthaft verfolgt, aus den schlichten gründen, dass sie mich als debatte nicht interessiert, ich mir anmaße, ihren verlauf und vor allem ihr versanden vorhersehen zu können und es mir zu schlecht gelingt, die beiträge von denjenigen, die mich in ihrer art und weise, ihrem inhalt, ihrer sprache anwidern werden, von vorn herein herauszufiltern.

ich habe allerdings eine menge tweets und einige blogeinträge gelesen, die mich berührt haben, von menschen, denen ich in diesem moment gern spontan und vielleicht nur für einen augenblick, meine zuneigung, meine unterstützung, mein verständnis entgegengebracht hätte. es ist nur ein kleiner raum, der sich bei all dem aufgetan hat, aber er hat menschen, zumeist frauen, dazu gebracht, eine zeit aus ihrer geschichte zu erzählen, einen satz, eine begebenheit. mir ist dabei bis zum körperlichen erbrechen auch klar geworden, wie sehr diese erinnerungen bleiben. und eben nach 20 jahren noch da sind.

natürlich, alles verändert. aber hier sind es ein schmerz, ein blick auf die welt, den eigenen körper, die beziehungen, das für sie notwendige vertrauen, ängste, unsicherheiten, vermeidungen. und dafür braucht es nicht die ganz krassen sachen. denn einher gehen die mit hunderten kleinen begebenheiten; degradierungen, witzen, berührungen, zuschreibungen, sterotypen. gestern schrieb mir jemandem aus einer zusammenarbeit, es ginge um meine empfindlichkeiten, nachdem ich logisch zusammenhängend nachvollziehbar dargelegt habe, warum ich etwas nicht machen möchte. anderenzeitens hätte mich das nur etwas geärgert, dann wäre es liegen geblieben. jetzt zeigt es auch und etwas von struktur auf, und von alltag.

vielleicht ist das dann auch ein wert dieser debatte: dass jedem, der es möchte, klar werden könnte, was sexismus alles ausmachen kann. und das es keinen katalog von verhaltensregeln gibt, aber eine sensibiltät dafür geben muss, was grenzen sind. es kann nun einmal nicht schwer sein zu erkennen, ob es jemand in einer situation geil findet, gegen die wand gedrückt und geküsst zu werden oder ob es ihm/ihr angst macht.

ich habe in den letzten tagen (wieder) verstanden, dass es geschichten gibt, die einen bis ins tiefste erschüttern und dass die bleiben. immer. dass sie sich verändern, sicher. dass man sie nicht mehr so oft erzählt. weil sie irgendwann eben zu einer alten geschichte werden. und auch, weil man nicht mehr viele menschen trifft, die sie wissen möchten.

gestern nacht saß ich in einer bar und habe einem freund erzählt, dass ich über die vergewaltigung einen text geschrieben habe. und ich habe gemerkt, wie ich kurz gezögert habe, es so auszusprechen. aus zwei gründen: es erschien mir so ein großes, drastisches wort für eine erinnerung an eine ganz andere zeit. und ich war nicht sicher, ob das alles nicht nur in meinem kopf ist. ich ihm unrecht tue. es mir nur eingebildet, zusammengelegt, ausgedacht habe und nur wahr mache, weil ich darüber spreche.

Samstag, 26. Januar 2013

es sind fast 20 jahre. und vielleicht ist es nicht wahr.

es ist ein kleiner bungalow, irgendwo nahe der polnischen grenze. ein ausgezogenes sofa, daneben steht ein tisch. in meiner erinnerung liege ich nicht auf dem sofa, werde festgehalten und vergewaltigt, sondern sitze auf dem tisch und sehe zu, wie ich auf dem sofa liege, festgehalten und vergewaltigt werde. in meiner erinnerung stehe ich danach auf und gehe in bad. ich sehe mich im spiegel an. ich kotze ins waschbecken. ich komme zurück. er schläft. es gibt keine erinnerung daran, was oder wie es danach war. ob ich noch geschlafen habe. wie es war, am nächsten morgen mit ihm in einem raum zu sein. da ist nur dunkel. und das gefühl, das innere auskotzen zu wollen. immer noch.

ich weiß nicht mehr, wann es war. ob er mich davor schon mal geschlagen hat, oder das erst danach anfing. wie viel zeit noch verging, bis ich die gelegenheit hatte, ihn zu verlassen. aber ich weiß, wie er nach meiner abifeier auf die befahrene straße rannte und verlangte, dass ich bei ihm bleibe. ich weiß, wie ich dachte, er schlägt mich tot, wenn ich ihm ins gesicht sage, dass ich gehe. ich weiß von seinen hasserfüllten drohbriefen, die noch monate später kamen. und von der angst, aus der wohnungstür zu gehen. ich weiß, dass ich es danach jahrelang nicht ertragen konnte, wenn mich jemand anfasst. ich erinnere mich, wie ich nachts einmal schreiend aufwachte, weil ich dachte, er würde mich von hinten erwürgen. und wie ich minuten brauchte, dass mich da der mann leicht umarmt, den ich gerade mehr als liebte. ich weiß, dass wie ich es jahrelang niemandem erzählen konnte, weil ich dachte, so etwas gibt es in beziehungen nicht und ich sei selbst schuld gewesen: vielleicht hatte ich provoziert, ihn vor seinen freunden blamiert. ich weiß bis heute nicht, warum man nicht gleich weggeht, nur, dass man nicht gleich weggeht.

acht jahre später rief er in meiner damaligen wohnung an, um mir zu sagen, dass ich die frau seines lebens sei. und dass er gern mit mir zum cure konzert gehen würde. meine eltern hatten ihm meine nummer gegeben, weil er doch so ein netter typ war. ich konnte tagelang nicht schlafen, nicht essen, nicht rausgehen. vor 10 jahren dachte ich, ich könnte nicht nach berlin ziehen, nicht in der gleichen stadt leben wie er.

es ist fast 20 jahre her. manchmal kann ich mich nicht erinnern, ob das wirklich passiert ist oder ob ich nur eine geschichte gelesen habe.

seit ein paar tagen rutscht ein klares abbild seines gesichts immer wieder durch meinen kopf. es ist fast 20 jahre her und ich lege mich jetzt auf den boden, ziehe meine knie an den körper und weine.

Dienstag, 15. Januar 2013

er fragt mich, ob alles ok sei. wegen dem husten und so. er war mir schon in der ubahn aufgefallen. ein typ mit gitarre. nicht so sehr einer von denen, die gerade nach berlin gekommen sind, um alle mit  "kunst" und einem hippen lebensgefühl zu irritieren, sondern einer, der schon lange hier lebte, irgendwie. in dem teil neuköllns, von dem niemand dachte, dass er mal in und die straßen mal sauber würden. billig war es hier. und durch die straßen zu laufen, ersetzte manchmal den urlaub in ferne länder, für den sowieso nie geld da war.

es ist nacht, regnerische dunkelheit, in der schwach beleuchteten straße neben dem friedhof, die eher einem comic entstammt. er bleibt stehen und ich zögere kurz, den kopfhörer abzuziehen, um das gespräch aufzunehmen, die aufmerksamkeit eines fremden zu beantworten. ich brauche mut dafür, dann lächle ich und erzähle etwas von den qualen und dem gefühl, dass der husten nicht mehr weg zu gehen scheint. und wir reden ein wenig und laufen und lachen, bis er sagt, hier wohne er und mir alles gute wünscht. bis später, sage ich und mein kopf fragt sich, wann er angefangen hat, immer und immer gleich die guten möglichkeit nicht zu sehen.

Montag, 7. Januar 2013

es war nur ein wenig zeit. geliehene zeit, gestohlene zeit. 2012 wird immer damit verbunden sein, dass ich ihn wiederbekommen habe. dachte ich. diesen schritt zu gehen und zu verzeihen. ein sehnsucht zu einer gewissheit zu machen. wieder zusammen zu sein. überhaupt zu sein. vergangenheit zu haben. geschichte. die hand auszustrecken. "wir sind eine familie" sagt d. und ich glaubte ihm und wollte auch irgendwo hin. gehören.

und dann fing das an mit dem sex und dem berauscht sein. und das irgendeine stimme im kopf sagt, das habe ich doch immer schon gewusst.

es ist nur sex. aber was weiss denn ich. mehr mehr mehr tickern die gedanken. und erinnern sich danach immer wieder. und lassen den atem kurz aussetzen.

es hat keine zukunft. wir aus uns nicht. wir gehören vielleicht zusammen. aber wir sind nicht verliebt. und vielleicht ist unser zusammengehören auch nur, weil wir die verlorene zeit aufholen wollen. oder froh sind, die chance dazu zu haben. es hat keine zukunft. gegen die welt. weil die das nicht will. weil wir die verletzen. weil sie uns das übel nimmt. nicht versteht. uns mit ihren emotionen, ansprüchen, enttäuschungen, erwartungen, bildern überfrachtet und erstickt.

es gibt die ahnung, dass man eben nicht einfach zurück geht. dass zu viel zeit passiert ist. und vielleicht auch, dass er sich über all das und zu sehr verändert hat. und dann ist er fremd und kalt und weg und anders und traurig und abwesend und irritierend.

und es gibt liebe. weil es die immer gab. und es gibt sehnsucht. auch weil ich gern wieder nähe möchte. weil er immer an dieses eine gefühl von zuhause gebunden sein wird, von selbstverständlichkeit. es war damals nicht nur das ende der zeiten die wir kannten, sondern auch das ende von vertrauen. von irgendwohingehören. aber es wird nicht wieder gut, nur weil ich verzeihe. es wird nicht wieder selbstverständlich, weil ich die hand ausstrecke. und ich gehöre nicht wieder irgendwo hin, nur weil ich weiß wie es ist, ihn anzufühlen.




Montag, 12. November 2012

'der mit den kaputten hosen?'
'ja, oma, der mit den kaputten hosen.'

Sonntag, 28. Oktober 2012

und du hast es die ganze zeit gewusst. dass es passieren wird. dass es nicht nur das glück gibt, sich wieder gefunden zu haben, sondern auch etwas nachzuholen. und dann redet ihr den ganzen abend über affairen, die ihr habt, und sex, den ihr wollt und er von einer liebe mit einer neuen frau, die vielleicht beginnt und bevor ihr geht, bewirft er einen bargast mit eiswürfeln, weil den nicht interessiert, dass du eine geile telefonsexstimme hast. und als er dich am hermannplatz küsst, gibt es nichts, was nicht selbstverständlicher wäre. und als ihr stundenlang fickt, willst du nicht, dass es je vorbei ist. und nachdem er morgens gegangen ist, willst du immer und immer wieder, seinen geruch an dir nachatmen. und seitdem kannst du nicht aufhören zu lachen und zu denken, dass das wohl so einiges übertrifft, was du in deinem leben gemacht hast. und dann sitzt du in deinem bett und weißt, dass er jetzt auf dem weg ist, seine liebe mit einer neuen frau anzufangen. und vielleicht bist du auch ein bisschen froh, dass du das nicht entscheiden hast.

Mittwoch, 29. August 2012

tag sollte die ahnung von veränderung bringen. statt dessen beschwört er die alten ängste herauf und bescheinigt ihnen relevanz. was eigentlich noch, denke ich und wozu das ganze. liege seit 3 stunden im bett und versuche mich mit federweisser zu betrinken. läuft so mittel, würde ich eine erste prognose wagend denken.

fange also vielleicht diese geschichte mit p. an. hatte nicht bedacht, dass mein wunsch nach netten männern den betrug an frau und kindern nach sich zieht. hatte ausserdem nicht bedacht, dass nette männer nicht in meiner welt leben, sondern in einer, in der sie verstehen können, dass eine derartige präsenz offensichtlicher juden wie in new york unbehagen bei menschen auslösen könne. konnte damit aber eine wesentliche frage meines lebens nebenbei mitbeantworten: who the fuck lässt sich eigentlich bei test zu antisemitischen einstellungen mit derartig dummen fragen überführen. musste aber auch feststellen, dass ich antisemiten nicht sofort schlage.

ich habe jegliches gefühl verloren. ich weiß nicht mehr, ob ich etwas kann oder etwas tun sollte. ich weiß nicht, was ich könnte. ich habe kein verhältnis mehr dazu. ich traue mich nicht mehr, etwas zu wollen, für etwas einzutreten. irgendwo hinzugehen. ich glaube nicht mehr, dass man mich mögen könnte. vermissen würde. ich kann auf der straße niemanden mehr ansehen. weil ich nicht aufhören kann, mir vorzustellen, wie doof sie mich finden, wie hässlich, wie alt. ich sehe keinen sinn mehr darin, etwas anzufangen. weil nichts irgendwo hin zu führen scheint. nichts wert zu sein ist von dem ängstlichen gedanken zur realität geworden.

guten tag, mein name ist k., und ich will nicht mehr.

Mittwoch, 11. Juli 2012

ich gehe durch den hinterhof. er steht da in einer blauen kapuzenjacke und dreht sich eine zigarette. und lacht. ich sehe es durch die dunkelheit. ich verstehe sein englisch nicht. aber wir sehen uns an und lachen. immer. und in unserer ersten nacht erzähle ich ihm, dass ich angst habe, nach hause zu fahren und mich umzubringen und er mir, dass er dann einfach immer umzieht und dann zählt er die städte auf, in denen er lebte und ich kann mir ausrechnen, dass er das 2mal im jahr macht. und diese mischung aus gebrochener ruhelosigkeit und der stärke, immer irgendwo zu sein, macht mich schwindelig und verliebt und wir gleiten durch die nacht und stellen uns vor, wir könnten das durch ein leben.

Dienstag, 10. Juli 2012

das krasse ist, das sie nicht fragen. dass sie auf seine hochzeit gingen, ist das eine. das kann ich nicht gut finden. oder lassen. das irritiert mich, weil es mir fremd ist. aber dass sie nicht gefragt haben, wie es mir damit geht. ob ich an dem tag etwas schönes mache. oder einfach nur, wie ich mich fühle mit all dem. das ist mir so fremd. das macht mir so angst. das löst mich so sehr von allem. dass sie dann darüber reden und es mich ausschließt, und dass es ihnen nicht einmal dann auffällt, dass es etwas für mich bedeuten könnte. dass sie nicht einmal zu registrieren scheinen, dass ich anwesend bin. das ist wie schläge ins gesicht. in den magen. in jedes körperteil, das sie finden können.

Montag, 9. Juli 2012

die trennungszeit hat eine nachzeit. eine, in der man noch weiß, was der andere macht. worauf er sich freut. wovor er angst hat. was er will. seit dem letzten wochenende ist die nachzeit von t. und mir vorbei. das vorherrschende gefühl bleibt das der komischkeit: nicht dabei gewesen zu sein, bei etwas, dass vor 2 jahren begann, dass ich mit plante und vorbereitete, dem unsere aufregung und aufmerksamkeit galt. als er und n. damals sagten, sie würden erst im juli 2012 heiraten, war es, als erwarten sie von uns eine ewigkeit. und dann ist es nur komisch, nicht dabei zu sein. ich lasse es regnen. und es ist und bleibt und wird einfach nur nichttraurig.